Mit 1.1.2015 treten innerhalb der europäischen Union neue Leistungsortregeln in Kraft. Der Leistungsort klärt in welchem Land die Umsatzsteuerpflicht einer erbrachten Dienstleistung liegt.

Die Neuregelung betrifft zwei Bereiche und ist nur auf private Kunden anwendbar:

  1. elektronisch erbrachte sonstige Leistungen
  2. Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernseh­dienstleistungen

Diese Dienstleistungen werden zukünftig im Land des Kunden erbracht. Bisher waren sie im Land des Unternehmers steuerbar.

Betroffene Unternehmen müssen sich auf erhebliche Umstellungen einstellen, da sie von jedem Kunden die Ansässigkeit feststellen müssen.
Das ist aber nicht immer so einfach. Daher wurden ein paar Vereinfachungen vorgesehen:

Können die Dienstleistungen nur an einem bestimmten Ort empfangen werden und erfordert der Empfang der sonstigen Leistung die  Anwesenheit des Kunden (z. B. bei Telefonzellen oder WLAN-Hotspots), gilt die Vermutung, dass der Kunde an diesem Ort ansässig ist. Die Leistung ist also dort steuerpflichtig, wo zB die Telefonzelle steht.

Bei Leistungserbringung über ein Mobilnetz ist der Ländercode der SIM-Karte maßgeblich für den Ort der Steuerpflicht.

Wo sich der Kunde befindet, lässt sich anhand von zumindest zwei Indizien beweisen. Das kann unter anderem sein:

  • die Rechnungsanschrift
  • die IP-Adresse
  • Bankangaben

Die  Änderung des Leistungsorts hätte zur Folge, dass sich ein Unternehmer, der elektronisch erbrachte sonstige Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- oder Fernseh­dienstleistungen an Private in der EU erbringt, in jedem Mitgliedstaat, in dem er derartige Leistungen erbringt, für umsatz­steuerliche Zwecke registrieren lassen und in der Folge Steuererklärungen einreichen und Zahlungen tätigen muss. Um die Verwaltung einfach zu halten, wurden in jedem Mitgliedstaat Mini-One-Stop Shops eingerichtet. Man kann daher über seinen Heimatstaat alle notwendigen Erklärungen und Zahlungen einreichen.

thumb

Bildquelle: www.machat-photography.com